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Foto: Göltzschtalbrücke

Informationen

durch den Fremdenverkehrsverein "Nördliches Vogtland" zur Geschichte der Brücke, zu Sehenswertem in der Umgebung, zu Wanderungen, zu Gaststätten, zu Beherbergungen uvm. immer über 03765/6119926, bzw. 01722716152.

Ein "Muss", besonders für Gruppen, sind unsere interessanten, kompetenten, in lockerer Form vorgetragenen Ausführungen vor der größten Ziegelbrücke der Welt, zu dem Baugeschehen vor über 150 Jahren. Gesamtaufenthalt ca. 50 Minuten (mind. 30 Minuten) Preis 1,50 €/Pers. mindestens 15,00 €.

Gewünschte Termine nach Absprache möglich!

Telefon: 0172 2716152 oder 03765/6119926
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Die Führung geht über ca. 300 m vom befestigten Parkplatz 1 bis unmittelbar unter das Viadukt oder direkt am Parkplatz 1 auf dem "Fotopunkt".

Infopunkt des Fremdenverkehrsverein an der Brücke

Unser Flyer "Die Göltzschtalbrücke - die weltgrößte Ziegelbrücke"

 

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!   Der Flyer kann täglich an der Brücke von 11 - 15 Uhr an unserem Infopunkt am Parkplatz 1 für  2 € erworben werden.

Oder per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw per Post für 3 €.

Geschichte

Göltzschtalbrücke im Nördlichen Vogtland

Eine der größten Sehenswürdigkeiten des Vogtlandes überspannt den Fluß Göltzsch, die Göltzschtalbrücke. Sie ist die größte aus Ziegeln errichtete Brücke der Welt und sie entstand in einer Zeit, wo andernorts Brücken mit 30 m Höhe wegen fehlender Kenntnisse in der statischen Berechnung kurz vor ihrer Fertigstellung in sich zusammenbrachen. Durch den Bau der Eisenbahnstrecke Leipzig - Nürnberg mußte sich das Sächsisch - Bayrische Eisenbahn - Unternehmen mit der Errichtung von zwei Brücken beschäftigen, die für die damalige Zeit beispiellos in ihrer geplanten Größe waren. Die Suche nach einem anderen Schienenverlauf blieb erfolglos. So wurde ein Preisausschreiben veranstaltet, an dem sich viele Techniker aus Deutschland beteiligten. Aber alle eingesandten Entwürfe hatten einen entscheidenen Mangel. Keine der Konstruktionen war wissenschaftlich berechnet. Die Entwürfe sind aus dem Gefühl heraus entstanden und keiner konnte sagen, wieviel die fertige Brücke tragen würde bzw. ob sie die entstehenden Vibrationen verkraften kann.

So beauftragte man Prof. Andreas Schubert mit der statischen Berechnung. Er war gleichzeitig der Leiter einer Bausachverständigengruppe, die für den Brückenbau eingesetzt war und hatte sich schon seit längerem mit der Berechnung von Brücken beschäftigt. Es fehlten ihm nur noch einige Versuche um seine Theorie zu bestätigen. Die Eisenbahnverwaltung stellte ihm daraufhin die benötigten Mittel zur Verfügung. 1846 war dann Baubeginn. Die Baupläne mußten aber noch einmal geändert werden, da man bei der Pfeilergründung an der Talsohle nicht auf festen Boden stieß, ein weiteres Graben zu aufwendig wurde und auf technische Schwierigkeiten stieß. So erfolgte eine Auflockerung der anfangs gleichförmig geplanten Bögen durch zwei große. 1851 konnte die Brücke der Öffentlichkeit übergeben werden. Am Bau waren durchschnittlich 770 Arbeiter beschäftigt.

Werkplatz Göltzschtalbrücke

Grundsteinlegung der Göltzschtalbrücke 1846

Spottbild Göltzschtalbrücke

Spottbild - Krise des Baues der Brücke 1846/47

Werkplatz Goeltzschtalbruecke 1847

Der Werkplatz Göltzschtal im Frühjahr 1847

sehenswertes bruecke2

Schlusssteinlegung 14. September 1850

Nach uralter Sitte und deutschem Brauch
Stellen wir hier unser Reimlein auch.
Weil es sich nicht will schicken eben
Stünden wir nur so leer daneben.
Schaut an, schaut an das Meisterstück,
Das achte Weltwunder, die Göltzschtalbrück’!
Wie hat es der Meister so klüglich erdacht
Und drüber gesonnen bei Tag und bei Nacht!
Und man schaut sie an von unten und oben,
Das herrliche Werk muß den Meister loben.
Wohl dröhnte der Hammer, wohl krachte das Beil,
Es schwang zur unendlichen Höh’ sich das Seil,
Wohl floß von den Wangen der glühende Schweiß,
Denn Sonne und Arbeit sie machten uns heiß,
Doch sah man uns nimmer verdrossen noch wanken,
Um treu zu vollführen des Meisters Gedanken.
Drum frisch nun Kam´raden zum fröhlichen Reih´n!
Noch leben die heute das Fest Uns weih´n!
Der Herr Maior Wilke der treffliche Herr!
Sagt! gäb´s einen Klügern und Bessern als Er?
Herr Ingenier Thost, hoch sei er gepriesen
Er hat uns des Guten so Viel schon erwiesen.
Herr´n Ingenier Posselt von ganzem Herzen
Ein Vivat Wir bringen mit Lust und Scherzen
Herrn Bauschreiber Hennig haben Wir gern
Drum töne ein Vivat von nah und von fern
Den wackern Arbeiter am Brückenbau,
Der hoch sich wölbt zu des Himmels Blau!
Ein Vivat der Eisenbahn, Vivat der Brücke,
Daß das Werk wir vollenden zu Freude und Glücke
Und unsre Enkel noch rühmen laut,
Daß wir die Göltzschtalbrücke erbaut!

Weihespruch anläßlich der Schlußsteinlegung am 14. September 1850.

Zahlenspiegel

Höhe 78 m
Länge 574 m
Größte Spannweite eines Bogens 30,9 m
Bauarbeiter (bis) 1736
Verwendete Ziegel 26.021.000 Stk
Sandverbrauch 17.089 m³
Gesamtumfang des Mauerwerkes* 135.676 m³
Ziegelmauerwerk* 71.671 m³ (= 52,83 %)
Werksteinmauerwerk* 48.261 m³ (= 35,57 %)
Bruchsteinmauerwerk* 15.745 m³ (= 11,60 %)
Holz für Gerüste und andere Zwecke ca. 23.000 Stämme
Baukosten ca. 2.200.000 Taler (6.600.000 Goldmark
oder zum Vergleich heute 65.076.000 Euro)
*Stand von 1851

Gedenktafel an der Göltzschtalbrücke am Parkplatz 2

Foto: Tafel Göltzschtalbrücke